Ist Medical Wellness mehr, als nur ein neuer Trendbegriff?

Der Vor­trag gliedert sich in fol­gende Schwerpunkte:

  • Medi­zinis­che Well­ness als sin­nvoller Wirtschafts­fak­tor für den Tourismus
  • Med­ical-Well­ness als „lukra­tiv­er Unfug“ –Notwendigkeit ein­er Qualitätssicherung
  • Diag­nos­tik in der Medical-Wellness

Aus­gangssi­t­u­a­tion:
„Med­ical Well­ness“ ist ein poten­tielles Geschäfts­feld, sowohl für die Hotel­lerie, als auch für medi­zinis­che Ein­rich­tun­gen und in zunehmenden Masse auch für Well­ness-Ein­rich­tun­gen.
Der Begriff „Med­icall –Well­ness“ wird immer mehr miss­braucht, wie in der Ver­gan­gen­heit schon der Begriff „Well­ness“. Bei dem The­men­feld Med­ical Well­ness ist es jedoch wesentlich kri­tis­ch­er, da schon allein der Begriff eine medi­zinisch- wis­senschaftliche Qual­ität in sich hat, die keines­falls ungeschützt ver­wen­det wer­den sollte.
Zukun­fts-Trend – Med­ical Well­ness als Chance:
Med­ical Well­ness rückt immer mehr in das öffentliche Inter­esse bei:

  • der Poli­tik (geplante Ver­ab­schiedung des Präventionsgesetzes)
  • dem Touris­mus (neue Reise Aspekte/​Suchen von Zusatznutzen)
  • den Ver­brauch­ern (verän­derte Ori­en­tierung des Gesundheitsbewusstseins)
  • bei Ärzten und Hoteliers

inhaltlich­er Auszug:
Die Nach­frage nach Well­ness-Ange­boten zur bloßen Entspan­nung hat nach Ansicht der Experten in Touris­mus, Hotel­lerie und Gesund­heitswe­sen Wach­s­tums­gren­zen erreicht.
Der Trend geht zu Leis­tun­gen, die der Gesund­heits­förderung dienen. Damit rück­en medi­zinis­che Aspek­te, in Verbindung mit einem ansprechen­den Urlaub­sam­bi­ente, in den Fokus der Betra­ch­tung. Eine Entwick­lung, die durch das zu ver­ab­schiedende Präven­tion­s­ge­setz berück­sichtigt wird.
Das gesteigerten Gesund­heits­be­wusst­sein der Bevölkerung hat aber auch zu „Wild­wuchs“ bei den Anbi­etern geführt. Denn die Gren­zen zwis­chen ser­iös­er, fachmedi­zinisch fundiert­er Betreu­ung und reinen kos­metis­chen Well­ness-Kreatio­nen sind oft auf ver­wirrende Weise verwischt.
Vor allem, wenn ein „Health Care“- Urlaub zu einem wirtschaftlich lukra­tiv­en Instru­ment wird: Die Fach­welt rech­net, dass bis zum Jahr 2010 rund 2 Mil­lio­nen Deutsche ihre Reisen gezielt zur Gesun­der­hal­tung oder Regen­er­a­tion unternehmen wer­den. Der jet­zt in Berlin gegrün­dete Deutsch­er Med­ical Well­ness Ver­band e.V. (DMWV) sowie das inter­na­tionale Pen­dant, die eben­falls neue Inter­na­tion­al Med­ical Well­ness Asso­ci­a­tion e.V. (IMWA) eracht­en daher als ober­stes Ziel ihrer Ini­tia­tiv­en und Aktiv­itäten, eine klare Def­i­n­i­tion und ins­beson­dere auch den begrif­flichen Schutz von „Med­ical Well­ness“ in jed­er gebräuch­lichen Form.
Dazu wer­den Kri­te­rien erar­beit­et, die let­ztlich die Stan­dards für die längst geforderte Zer­ti­fizierung durch den TÜV Rhein­land bilden. Med­ical Well­ness bedarf ein­er neu­tral kri­tis­chen und pro­fes­sionellen Prü­fung, um dem wörtlich implizierten medi­zinis­chen Anspruch gerecht zu werden.
Hinzu kommt, dass Gesund­heits­förderung in Zukun­ft möglicher­weise durch Kranken- oder Rentenkassen bezuschusst oder aber eigen­ver­ant­wortlich selb­st bezahlt wird.
Auch unter diesem Aspekt sieht der DMWV/​IMWA die Ver­füg­barkeit eines Arztes bei Med­ical Well­ness Anbi­etern als Voraus­set­zung für das gemein­same Siegel „Med­ical Well­ness“ des TÜV Rheinland/​DMWV. Für Kliniken selb­stver­ständlich, soll diese Voraus­set­zung kün­ftig in allen entsprechend aus­gerichteten Hotels, Resorts oder Day Spa‘s für Sicher­heit bür­gen. Die Zer­ti­fizierung wird in den Bere­ichen Per­son­al, Diag­nos­tik, Medi­zinis­che Umset­zung und Medi­zinis­che Ein­rich­tung durchge­führt. Der DMWV ist ein offen­er Ver­band für betriebe, Anbitern und Einzelpersonen.
Berlin, 10. März 2006