Geplantes Blockheizkraftwerk vorgestellt

Das einladende Bürgerbündnis ’08 hatte sich aber mit Reinhard Dalchow, Pfarrer und Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, einen eloquenten und umsichtigen Moderator organisiert. Eine kurzfristige Änderung, denn eigentlich wollte das Bürgerbündnis in die Sommerfelder Kirche, Pfarrer Thomas Triebler sollte die Diskussion moderieren. Doch am Dienstag versagte der Gemeindekirchenrat die Kirchennutzung.
Ihm sei, leitete Stephan Ritter seine Konzeptvorstellung für das Heizkraftwerk ein, als Architekt vor allem von Thermenanlagen irgendwann klar geworden, dass Thermen ohne sinnvoll produzierte Energie künftig kaum mehr nutzbar wären. Denn man müsse nachhaltig und CO2-neutral produzieren können. Durch den Medical-Wellness-Verband, zu dessen Vorstand Ritter gehört, lernte er Detlef Naujokat vom Ringhotel am See kennen. Das Hotel und vor allem die Sana-Kliniken wären Hauptabnehmer der in dem geplanten Heizkraftwerk produzierten Energie.
Die Technik ist beileibe nicht neu, zeigte auch York Neugebauer vom Fachgebiet für Energieverfahrenstechnik und Umwandlungstechniken regenerativer Energien der Technischen Universität Berlin. „Hier handelt es sich um einen Gegenstromvergaser zur Umwandlung von Biomasse“, erklärte er. Die thermische Zersetzung erfolge bereits bei 150 bis 600 Grad Celsius.
Das Gebäude des Blockheizkraftwerkes würde eine Grundfläche von etwa 30 mal 20 Metern einnehmen, rund zwölf Meter hoch werden und einen circa 25 Meter hohen Schornstein benötigen. „Genauere Angaben bedürfen einer standortbezogenen Detailplanung“, so Ritter.
Viele Sommerfelder wollten genau wissen, welche Art Schadstoffe ausgestoßen würden, wie laut das Kraftwerk wäre, woher das Holz zur Vergasung kommen soll. Auf jeden Fall aus der Region, so der Kommentar der Beteiligten. Denn was nütze ein Kraftwerk zur Energieerzeugung nach ökologischem Standard, wenn dann doch wieder das eigens aus Schweden heran gekarrte Holz verwendet würde. Etwa drei Lastwagen pro Tag würden das Holz anliefern, das in einem unterirdischen Bunker unter dem Kraftwerk gelagert würde. 20 000 Tonnen Holz werden jährlich benötigt, um zwei Megawatt elektrische Leistung und 4,5 Megawatt thermische Leistung zu erzeugen.
„Würden wir alle angeschlossen sein, dann würden wir zusammen viel weniger Gase emittieren“, sagte ein Zuhörer und erntete Applaus. Zugleich gab es Sorge betreffs eine Abnahmepflicht. „Wir wollen niemanden zwangsbeglücken“, stellte Ritter klar. Jeder kann entscheiden, ob er Strom und Wärme dieses Kraftwerkes nutzen will.
Allein 15 dieser Blockheizkraftwerke seien derzeit in Planung, das erste werde gerade errichtet, so der Architekt. Das System haben Dänen patentiert. Anfallende Gewässer seien absolut teerfrei. Der von einem solchen Blockheizkraftwerk erzeugte Strom sei für rund 15 Jahre subventioniert. Keinesfalls soll hier Altholz verwendet werden, reagierte Ritter auf eine Anfrage aus dem Publikum. Feinstaubbelastung sei bei solchen Vergaseranlagen quasi nicht vorhanden, so Neugebauer.
Nachdem ausführlich diskutiert worden war, bestürmten die Sommerfelder die Herren auf dem Podium noch mit Fragen. (Von Karen Grunow)