Golf und Wellness haben noch viel Potenzial

Golf und Wellness haben in Deutschland zu Lande und auf See noch viel Potenzial. Auf der Eröffnungspressekonferenz Golf & Wellness, Schiffsreisen & Kreuzfahrten am Donnerstag auf der CMT in Stuttgart konnten Sprecher aller dieser touristischen Sparten über positive Entwicklungen berichten: In Deutschland gibt es bald 500 000 Golfer. Die Wellness-Welle hat zu einem milliardenschweren Markt geführt. Für Kreuzfahrten werden über spezielle Themen neue Passagiergruppen erschlossen.
Golf bleibt die am stärksten wachsende Sportart Deutschlands, stellte Horst Strecker, Präsident des Baden-Württembergischen Golfsverbandes, fest. Mit rund 30 000 Zugängen im vergangenen Jahr habe der Golfsport den Platz 1 behauptet. „Die magische Grenze von 500 000 Golfern in Deutschland ist fast erreicht“, sagte Strecker. Stolz verwies er darauf, dass der Deutsche Golfverband doppelt soviel Mitglieder hat wie die Verbände von Segeln, Tanz und Radsport.
Mit dem starken Mitgliederzuwachs ist Strecker zufolge das Sportprogramm verbreitert worden. Man sei gleichermaßen dem Breiten- und Spitzensport verpflichtet. Mittlerweile gebe es zahlreiche Einzel- und Mannschaftswettbewerbe und eine große Zahl von Mannschaften in den Ligen. Die Spielstärke sei enorm gewachsen.. Strecker sprach sich dafür aus, dass sich Städte und regionale Organisationen noch mehr dem Golfsport öffnen.
Zu einem milliardenschweren Markt hat die Wellness-Welle in den vergangenen Jahren in Deutschland geführt, betonte Karsten Urspruch, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Deutschen Medical Wellness Verband. Von allen Branchen würden Produkte und Dienstleistungen mit dem „Zauberwort Wellness“ angeboten. Neu sei der Trend zu Medical Wellness, wobei auf Prävention statt Nachsorge gesetzt werde. Die Realisierung dieses gesundheitsfördernden Lebensstils habe sich der im vergangenen Jahr gegründete Deutsche Medical Wellness Verband (DMWV) zum Ziel gesetzt.
Laut Urspruch werden heute schon etwa vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes privat für die Gesundheit ausgegeben. Da sich der Erste Gesundheitsmarkt infolge hoher Arbeitslosigkeit und der demografischen Entwicklung auf Kernleistungen konzentrieren müsse, werde dem Selbstzahlermarkt wachsende Bedeutung zukommen. Nach einer Prognose des Münchner Instituts für Freizeitwirtschaft werde die Zahl der Reisenden in Deutschland beim Health-Care-Urlaub von 2002 bis 2010 um 46 Prozent auf mehr als zwei Millionen Reisende pro Jahr steigen. Die Gesamtausgaben deutscher Haushalte für alle Gesundheitsreisen werde bis 2010 auf 3,7 Milliarden Euro zunehmen.
Reichlich Potenzial für die Kreuzfahrtbranche in Deutschland sieht Dirk Oelmann, Marketingleiter der Reederei Deilmann. Nach seinen Worten unternehmen nur 1,2 Prozent der Bundesbürger Kreuzfahrten, in den USA liege der Anteil bei fünf Prozent. Umfragen zeigten, dass viele Deutsche von einer Kreuzfahrt träumen. Zudem werde das Angebot an Minikreuzfahrten und Schnupperreisen bei vielen Reedereien immer größer. Den Urlaubern werde damit die Angst vor Seekrankheit genommen. Darüber hinaus würden neue Passagiergruppen über spezielle Themen erschlossen. Oelmann nannte Golfer und Gartenfreunde, Radfahrer und Wanderer, Musik- und Pferdeliebhaber. Es gebe auch Schiffsreisen, die sich schwerpunktmäßig an das jüngere Publikum richten.
Aufgrund der Erfahrungen seiner Reederei sagte Oelmann, dass Golfkreuzfahrten stark nachgefragt und „zum Renner geworden“ sind. Jahr für Jahr werde das Angebot erweitert. Leider sei die Anzahl von Abschlagzeiten oder Hotelkapazitäten vielfach limitiert. Eine Aufstockung einzelner Reisen, insbesondere auf beliebten Routen, sei deshalb nicht möglich.
Als Beispiel für die Kombination von Kreuzfahrten mit Landprogrammen wies Oelmann auf Wellnessreisen hin. Dabei würden Vor- und Nachprogramme an Land mit Hotelaufenthalten eingebaut. Überdies bestehe selbstverständlich während der Fußball-Weltmeisterschaft die Möglichkeit, überall an Bord die Spiele zu verfolgen, vielfach unter Einbeziehung von Fußballexperten.
Fundstelle: www.tourist-fn.de/europanews/golfundwellnesshabennochvielpotenzial.html
Stand: 3.4.2006